Lebenslauf

Meine Kollegen und ich arbeiten an und mit der informationtheoretischen Grundlagemethodik die hinter dem Begriff der "Ontologie" steckt. Deren Anwendungsbereiche hat Prof. Nicola Guarino bereits 1998 wie folgt umrissen:

Research on ontology is becoming increasingly widespread in the computer science community. [...] In particular, its importance is being recognized in research fields as diverse as knowledge engineering [20,45,15,18], knowledge representation [23,2,42], qualitative modelling [19,9,13], language engineering [31,5], database design [11,47], information modelling [3,53], information integration [55,7,35], object-oriented analysis [51,39], information retrieval and extraction [24,6,34,54], knowledge management and organization [40], agent-based systems design. Current applications areas are disparate, including enterprise integration [22,46], natural language translation [30,33], medicine [16], mechanical engineering [10], standardization of product knowledge [8,4,26], electronic commerce [32], geographic information systems [12], legal information systems, biological information systems.
(Entnommen aus "Formal Ontology and Information Systems", 1998, von Nicola Guarino zu finden auf dessen Homepage unter Publikationen.)

Der weitreichende Aufgabenbereich des Wissensmanagement, der ureigen informatische und informationstechnische Probleme umfasst, ebenso wie beispielsweise arbeitspsychologische, betriebswirtschaftliche, technologische und firmenstrategische Fragen, lässt sich folglich mit Ontologien hervorragend bearbeiten. Es ist in der Industrie und anderen Organisationen sogar häufig zu beobachten, dass Arbeitsgruppen auf ontologische Fragestellungen angesetzt werden, ohne dass die Beteiligten ahnen, dass es sich um Fragen handelt, die von der ontologischen Forschung beantwortet werden können.

DFKI - Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, Kaiserslautern

Senior Consultant, seit 01.10.2002

Inhaltliche Schwerpunkte: Wissensmanagement, Modellierung (d.h. Abbildung von Domänen in Modellstrukturen), Ontologien (in der industriellen Projektrealität umfasst das auch sehr viele der XML basierten Standards)

Tätigkeiten: Entwicklung innovativer Projektideen, Akquisition von Projektkonsortien und Fördergeldern, Key-Accounting, Industrieconsulting, verantwortliche, meist leitende Durchführung von nationalen und internationalen Projekten, Durchführung von Workshops mit wissenschaftlichem sowie auch industriellem Zielpublikum

Entwicklungswerkzeuge: Meetings, Skype, Powerpoint, Word, Latex, Ontologie-Editoren (Protege, Information Integrator Studio)

Besondere Interessen: User-centered und Problem-centered Design, Human Computer Interfaces (Wissensvisualisierung), Security, Pervasive Computing, Usability, Quality of Software, Philosophy of Computing and Information, Ökonomie der Information, Cognitive Science

Weiteres: Einige erfolgreiche Projekte

BRITE Business Register Interoperability Throughout Europe (EU Projekt): Modellierung der Geschäftsprozesse und der Domäne der Europäischen Handelsregister, sowie kooperatives Design eines zentralen SOA Systems, zur Herstellung der Interoperabilität und damit Conformance (Stichwort: EU Direktiven) der europäischen Prozesse und IT Systeme. 20 Partner, strategische Manipulationen am Kerngeschäft, sehr verschiedene (eGovernment) Kulturen, consulting- und reiseintensiv.

Contigo (Innovations Projekt im Auftrag der Deutschen Telekom, T-Systems, Darmstadt und T-Labs, Berlin): Entwicklung einer innovativen Idee, Consulting notwendiger KI Matchmaking Methoden, Softwareentwicklung --- Moderne Handies speichern Daten, die sie auch mit anderen Handies austauschen und damit interessante Mehrwerte erzielen können. Ein erster wesentlicher Erfolg einiger Jahre Projektkooperation ist der Telekom Spin Off www.myqiro.de. 4 Partner, Großkonzern, Telekommunikation, marktorientiert

INKASS (EU Projekt): Analyse der Domäne des Handelns von Wissen, d.h. Modellierung von Wissensgütern deren "Verpackung", Wertabschätzung, Nachfrage und Austauschs und Implementierung eines industriell erhältlichen Systems (sowie eines entsprechenden Consulting KnowHows) zum Vorhalten und Vertreiben von Wissensgütern. Britische und griechische Anwenderpartner, sowie griechische Projektleitung, Schweizer Technologiemanagement Forschungsinstitut, Bertelsmann-Tochter.

RISE Reuse im Software Engineering (bmbf Projekt): Der Reuse von Wissen (Code, Methoden, Dokumentation, ...) ist ein altbekanntes Problem im Software Engineering. Vorhandene Vorgehensmethodiken waren zu aufwändig für die vielen kleineren und mittleren Software entwickelnden Unternehmen, die maßgeblich die deutsche Software-Szene prägen. RISE war ein früher Wegbereiter, Social Software ins Business zu bringen, die Lernkultur von Teams mit (inzwischen ganz selbstverständlich allerorten verwendeten) Wikis zu begünstigen, die Freude an der Arbeit bewußt zum Ziel zu erklären (Schlagwort: "-Ofun"), und gleichzeitig moderne, semantische Methoden zu nutzen.

T-KEM (Industrie-Consulting): Zur Kultivierung von organisationalen Vorkehrungen sowie der Entwicklung eines Portfolios an IT-Instrumentarium für das unternehmensinterne, ontologiebasierte Wissensmanagement wurde unser KnowHow von Ansätzen, Technologien und Tools in der Form klassischen Consultings eingekauft.

Layout Inference (Industrie Projekt mit Japan): Das Arrangieren von Text und Abbildungen (allgemein: Informationselementen) auf Dokumentseiten ist eine hohe Kunst. Einige Kriterien, die das menschliche Auge bewusst und unterbewusst an die Ästhetik von Layouts stellt, sind jedoch der (neueren) Forschung durchaus bekannt. Wir haben einen Inferenzmechanismus zusammengestellt und implementiert, der aus beliebigen Elementen ästhetische Layouts erzeugt.

VES (bmbf Projekt): Zur Visualisierung eines schlagenden menschlichen Herzens wurde eine Ontologie des Herzens entwickelt. Aus ihr kann ein detailliertes Modell sowohl für ein gesundes als auch für ein erkranktes Herz automatisch berechnet und Ultraschallbilder für die Ausbildung von Kardiologen erzeugt werden.

@dVisor (bmbf Projekt): Wir haben den innovativen Neuansatz entwickelt und erfolgreich implementiert, auf den Vorzügen der hochentwickelten Symbiose des Menschen mit seinem Schreibtisch aufzubauen, d.h. effektive Arbeitsmethoden die der Schreibtisch erlaubt, auf den Computer zu übertragen. Natürlich nicht, ohne anschließend zusätzlich die Möglichkeiten des Rechners auszunuten, d.h. einerseits Such-, Sortier und sonstige Informationsfunktionen, andererseits Virtual Reality Elemente. Dieser Ansatz brach mit der Tradition, am Computer-Desktop anzusetzten und ihn weniger schlecht zu machen.

AcKnowNet (EU Projekt): Machbarkeitstudie über eine Kombination eines netzwerk-basierten Reasoning-Systems mit einem Werkzeug zur Informations Extraktion aus Text der beiden industriellen Partner, tupai und CognIT. Versicherungen arbeiten mit Informationen über Erdbeben, um daraus Risiko-Analysen abzuleiten. Langzeitziel von AcKnowNet war, ein ''lesendes-Reasoning-System'' bereitzustellen, das den Wissensanreicherungs- und Erhaltungs-Prozess unterstützt.

Anträge: GABRIEL "Generic Architecture for BRoadband Integrated E-Learning" (EU-IP zur Einführung von Wissensmanagement Methoden in das E-Learning), PRIDE "Progress in Research and Innovation for Digitising in Europe" (EU-IP mit dem Ziel Dokumentanalyse zum Erhalt kulturellen Erbes einzusetzen, 2003), AMOK "Alternative Modelling Of Knowledge Ontologies - Approaches from Structure to Process" (Gezielte Verknüpfung philosophischer Strukturierungsansätze für das Wissensmanagement), Friday, Tinkerbell, mindbinder, m-ligo (4 EU STREP Anträge die zum Ziel hatten das Handy mittels moderner Matching-Technologie zum "smalltalk" mit anderen Handies zu befähigen, mit unterschiedlichen Nutzen für den Besitzer von Business Kontakten, über Collaborative Work und e-Learning zu eher spiel-inspirierten Anwendungen), BeyondText (EU STREP Antrag zur Erschließung der nicht-textuellen Information in Dokumenten)

Insiders Information Management GmbH, Kaiserslautern

Senior Software Engineer, Research Development Manager, von 01.08.1999 bis 31.12.2002 (danach: Consulting)

Inhaltliche Schwerpunkte: Kommerzielle Dokument-Analyse, Wissensmanagement, Dokumentretrieval, Portale

Tätigkeiten: Innovative Modulentwicklung und -betreuung für ein kommerzielles Dokumentanalyse-System, Management zweier sehr erfolgreicher, bmbf-geförderter Forschungprojekte in den Bereichen Dokumentanalyse sowie Wissensmanagement (Adaptive Read und KnowWork), d.h. Personal- und Ressourcenplanung (7,5 Personen, 5 Mio. DM Gesamtvolumen, ein wesentlicher Anteil des gesamten Firmenumsatzes), sowie die gesamte inhaltliche Steuerung und Abwicklung, erfolgreiche Neuakquisition von Förderprojekten

Interessen: Anwenderfokussierte Forschung und Entwicklung, Dokumenten- und Wissens-intensive Prozesse in industriellen Umfeldern, Klassifikation von Dokumenten anhand Tabellen, Informationsextraktion von Tabellen, Erstellung und Verwendung von Ontologien

Entwicklungswerkzeuge: C++ (MS Studio, Visual Source Safe), Compiler-Compiler-Tools (Lex/Yacc), Perl, Java

GMD IPSI: Institut für Integrierte Publikations- und Informationssysteme, Forschungszentrum Informationstechnik GmbH, Darmstadt

Wissenschaftlicher Mitarbeiter, 1.5.1994 - 30.4.1999

Theoretische Schwerpunkte: Objektorientierte und Multimedia Datenbanken, Webtechnologie, Agenten, Mediators, Wrapper, Dokument-Analyse, Electronic Publishing, SGML/XML, Terminologische Wissensrepräsentation, Ontologien, Problem Solving Methods, Pattern Matching, Parsing, Formale Sprachen, Automatentheorie

Tätigkeiten: Projekt READ: Dokumentanalyse und Dokumentverstehen (Erfolgreiches bmbf gefördertes Forschungsprojekt eines Konsortiums mit Partnern der deutschen Großindustrie, der Großforschung und von Universitäten): Eigenverantwortliche Abwicklung des Projektes für IPSI, d.h. Koordination von Budget, Deliverables, Meetings, Gästen, Reviews. Dafür parallel bis zu 3 studentische Mitarbeiter (zuzüglich Praktikanten) angeworben und angeleitet.

Projekt automotive Konzern: Informationsbrokering und XML (Bilaterales Technologietransferprojekt, Consulting): Studie und Demo über die Einsatzmöglichkeiten von XML und der verwandten Standards für Informationsbrokering Anwendungen in mobilen Endgeräten (Telematik)

Interessen: Software Engineering - Design, Qualität und Skalierbarkeit von Information und Werkzeugen, Cognitive Science - Informationstechnik als Mittel menschlichen Reasonings, Human Computer Interfaces - Repräsentation und Kommunikation von Information

Entwicklungswerkzeuge: Compiler-Compiler-Tools (Lex/Yacc, ICA, PCCTS, ELI etc.), C++ (Sniff, Xemacs, libg++, Templates), Perl (CPAN)

Weiteres:

Institut für Medizinische Informatik und Biometrie (imib), RWTH Aachen, Aachen

Doktorand, 1.4.1993 - 30.4.1994

Lehre: Stochastik ("Biometrie"), Rechnernetze, Datenbanken

Projekt: Medizinische Dokumentation, IDEAS - Relationales dBase-Mehrplatz-Datenbanksystem im Novell Netzwerk, (Kooperation mit Kinderkardiologie und Innere Medizin II, Klinikum Aachen)

Theimeg Elektronikgeräte GmbH, Viersen (13 Wochen Studienpraktikum)

Fachpraktikant, 14.10.1991 - 17.1.1992

Projekt: Entwicklung eines Modems für einen Großbetrieb des öffentlichen Nahverkehrs zur Anbindung von Rechnern in Omnibussen an den Zentralrechner

Tätigkeiten: Erstellung von Referenzdatentelegrammen, Hardware Debugging (Analog und Digital, Incircuit Emulation) und Software Debugging (IBM Assembler), Hochfrequenz Schaltungen, Usability 

Ringsdorff Werke, Bad Godesberg

Studienpraktikant, 6.5. - 28.6.1985
Metallverarbeitung (Sintermetall- und Graphitformteileproduktion, Instandhaltung/Schlosserei, Werkzeugmacherei, Drehen, Fräsen, Schleifen)

Evangelische Jugendbildungsstätte Rheinbach-Merzbach

Zivildienstleistender, 1.10.1986 - 5.3.1989
Betrieb, Ausbau, Instandhaltung, Abrechnungen einer Jugendbildungsstätte
Betreuer mehrfach geistig Schwerstbehinderter

Landessynode der evangelischen Kirche im Rheinland

Jugend-Vertreter, 16.1. - 20.1.1987 und 16.1. - 21.1.1988

AEG Schnackenburgsalle, Hamburg

Studienpraktikant, 13.3. - 14.4.1989
Metallverarbeitung, Elektrohandwerksgrundausbildung, Schweißen, CNC Fräsen

Landeszentralbank Bonn

Sachbearbeitende Tätigkeit in der Giroabteilung, 1.3. - 12.4.1990

Schüler und Student

1981 - 1985: Schulobmann für Fortbildungskursprogramm ("Ako-Proseminar")
1985: ehrenamtliche Begleitung der Klassenfahrt einer 4. Klasse
1989 - 2004: Selbstverwaltung und -instandhaltung des denkmalgeschützten Studentenwohnheims "Langer Turm" (13. Jhdt)