Stoffübersicht für die Klausur
"Wissensbasierte Systeme"
im Studiengang Wirtschaftsinformatik
Wintersemester 2002/03 - BA Mosbach
Für die Klausur werden alle Hilfsmittel erlaubt; überschätzt
den Nutzen nicht !
Aus dieser Stoffübersicht sind im Streitfalle keinerlei Rechtsansprüche
herleitbar. Klausurrelevant sind prinzipiell alle Vorlesungsinhalte. Eine
Erläuterung dieser Übersicht kommt in der letzten Sitzung in Mosbach.
Kapitel 1: Einführung in die KI
- Wissen: einige Definitionsversuche und Charakterisierungen
- Wissen: Anwendungsgebiete (grobe Zielsetzung, Probleme, Ansätze)
und Techniken (grobe Beschreibung)
- Können: Abschätzung der Sinnhaftigkeit von KI-Methoden für
bestimmte Probleme
Kapitel 2: Einführung Expertensysteme
- Wissen: Zielsetzung, Grundcharakteristika, Verwendungsgebiete, Funktionsspektrum,
Systemkomponenten und ihr Zweck, Methodenüberblick
- Können: Abschätzung der Notwendigkeit und der Machbarkeit
von XPS-Methoden in bestimmten Problemsituationen
Kapitel 3: Suche als Problemlösemethode
- Wissen: Darstellung von Problemen als Suche
- Wissen: Grundidee, Zusammenhang und Grobcharakterisierung der behandelten
Suchverfahren: Breitensuche, Tiefensuche, schrittweises Vertiefen (Idee),
Bestensuche, A* (Idee)
- Wissen: Begrifflichkeiten, Idee von Heuristiken, Vollständigkeit
von Suchverfahren, zulässige Heuristiken, Güte von Heuristiken,
Eigenschaften von A*
- Können: Problemformulierung als Suchproblem, Durchführung
einfacher Suchverfahren, Durchspielen kompexer Verfahren nach Vorgabe
- Zentrale Beispiele: Weinkrüge, Schiebepuzzle
Kapitel 4: Constraints als Suchverbesserung / Wissensrepräsentation
- Wissen: Grundidee der Wissensdarstellung und Wissensnutzung mit Constraints,
Darstellung als Constraintgraph, Nutzung für die Suche, mögliche
Einsatzgebiete, Idee der Constraintpropagierung, Klassifizierung von Optimierungsmöglichkeiten,
Ansatzpunkte und Grundidee für Optimierungen (Kantenkonsistenz (Constraint-Propoagierung),
Heuristiken für Variablenauswahl und Werteauswahl: most constrained
variable heuristics / least constrained variable heuristics)
- Können: Probleme als Constraintgraph darstellen oder gegebene
Constraints formalisieren
- Können: Constraintpropagierung durchführen
- Können: Constraintprobleme nach Vorgabe als Suchproblem lösen;
Suchbaum aufstellen und interpretieren
- Zentrale Beispiele: Kreuzworträtsel-Propagierung
Kapitel 5: Wissensrepräsentation / KI-Programmierung: Produktionsregeln
und OPS5
- Wissen: Grundidee und beispielhafter Einsatz von Vorwärtsregeln,
konkretes Beispiel des OPS5-Interpreters, Datenelemente und Regeln, Matching,
Aktionen, Recognize-Select-Act Cycle, Konfliktlösung in OPS5, Integration
mit Framesystemen und Nutzung in XPS
- Können: einfache OPS5-Programme verstehen und ihre Funktion beschreiben,
Modifikation gegebener OPS5-Programme, Programmlauf durchspielen mit gegebener
Konfliktlösestrategie
- Zentrale Beispiele: Blocks-world, MYCIN
Kapitel 6: Wissensrepräsentation / KI-Programmierung: Aussagenlogik,
PL1, Prolog
- Wissen: Syntax und Semantik der Aussagenlogik, Modelle, Erfüllbarkeit,
Allgemeingültigkeit, Tautologien, semantische Äquivalenz, Umformungsregeln,
Literale und Normalformen
- Können: Beschreibung gegebener Sachverhalte in Aussagenlogik
- Können: Semantik komplexer Aussagen durch Wertetabellen bestimmen,
Umformungsregeln anwenden, Allgemeingültigkeit durch Wertetabelle
oder Umformungen beweisen
- Wissen: semantische Folgerung, Satz 4.1. von Socher mit seinen Implikationen,
Klauseln und Klauselform und ihr Zweck, Resolvente und Bedeutung, Resolution
als Verfahren und ihr Zweck, Vollständigkeit und Korrektheit der Resolution
- Können: Beweis der Folgerung durch Wertetabelle, Darstellung
aussagenlogischer Formeln als Klauselmenge, eine / alle Resolventen finden,
einen aussagenlogischen Resolutionsbeweis durchführen
- Zentrales Beispiel: Abtrageverfahren
- Wissen: Steuerungsproblem bei Resolutionsbeweisen, Übergang von
der Aussagenlogik zur Prädikatenlogik erster Ordnung, Unifikation als
zusätzlicher Schritt bei der Resolution, Hornlogische Resolution als
effizientere Variante
- Wissen: Prolog als Programmierung mit Hornklauseln, Grundvorgehen
eines rückwärtsverkettenden Regelinterpreters, Implementierung
der Resolution in Prolog, Prolog-Charakteristika für die KI-Programmierung
- Können: Beweisbaum für Hornlogik-Wissensbasis bauen
- Zentrales Beispiel: Vorfahren, Peter, Paul & Mary
Kapitel 7: Wissensrepräsentation: Strukturierte Darstellungen
(Frames, Semantische Netze)
- Wissen: Motivation und Darstellungsgrundvorrat von Frames und Semantischen
Netzen, Nutzung in komplexen Systemen und Anfragemöglichkeiten, Idee
und Ansatz von Ontologien und ihr Einsatz im Semantic Web und Wissensmanagement
- Können: Sachverhalte in Frames / mit semantischen Netzen beschreiben
können, semantische Primitive sinnvoll einsetzen, Sachverhalte differenziert
zerlegen, Einsatzmöglichkeiten von if-added / if-needed / if-removed
Dämonen erkennen, Fragebeantwortung in Frame-/Netz-Darstellungen
simulieren
- Zentrale Beispiele: Mary's grüne Blümchenvase, BA-Frames
Kapitel 8: Wissensrepräsentation: Unsicherheit und Vagheit
- Wissen: Quellen und Klassen von Unsicherheit und Vagheit, Einsatzbeispiele
in XPS
- Wissen: Theorem von Bayes als statistisches Modell, Nutzungsmöglichkeit,
Intuition, Grenzen und Probleme, Voraussetzungen (Vollständigkeit und
Disjunktheit der Diagnosenmenge)
- Können: natürlichsprachlich oder tabellarisch beschriebene
Sachverhalte für den Einsatz des Satzes von Bayes formalisieren und die
Formel von Bayes sinnvoll anwenden, Interpretation des Ergebnisses, Anwendbarkeit
prüfen
- Zentrale Beispiele: Kampfpanzer und Enten
- Wissen: Sicherheitsfaktoren als pragmatischer Ansatz, Grundidee und
Motivation, Darstellung, Verwendung in Regelsystemen, Verrechnungsschema,
Interpretation
- Wissen: Fuzzy-Ansätze für die Darstellung vager Begriffe
/ Sachverhalte, Fuzzy-Zugehörigkeitsfunktion, Verrechnungsschema, Idee
der Fuzzy-Steuerung
- Können: Einsatzmöglichkeiten für Fuzzy-Technik erkennen
Kapitel 9: Zusammenfügen der Teile am Beispiel Diagnose
- Wissen: Grundbegriffe der Diagnose und ihr Zusammenhang, Beschreibungsrahmen
für die wesentlichen Begriffe, Interpretationszyklus und Architekturmodell
der modellorientierten Diagnose, Zusammenhang zwischen Formelauswertung und
Suchsteuerung
- Können: geeignete Implementierungsansätze oder Optimierungen
erkennen, Erweiterungen mit vorgestellten oder neuen Techniken durchdenken
können
Kapitel 10: Der ganze Rest
- Wissen: in der Vorlesung unerwähnte Felder bei XPS: Erklärungskomponenten,
Wissensakquisition, XPS-Softwaretechnik, XPS-Methodologien, Anwendungsrelevanz
der Problemklassen
- Wissen: Grundansatz im Case-Based Reasoning, Anwendungsmöglichkeiten
- Wissen: weitere KI-Teilgebiete: Idee der Intelligenten Agenten, des
Data Mining, des Semantic Web, des Wissensmanagements
Allgemein: immer: wie hängen die Teile zusammen? Wo ist das Anwendungspotential?
Schon vorher beachten: Im allgemeinen wird man nicht alles lösen
können: Daher zuerst mal das suchen, was man gut kann; nicht festbeissen
an Problemstellen; konzentriert arbeiten!