Vorlesung "Wissensbasierte Systeme"
für die Fachrichtung Informationstechnik
im Wintersemester 2002/3 (IT00)
Vorlesungstermine (Raum jeweils CO 0.3, Zeit jeweils 14:00-17:30 Uhr):
- Donnerstag, 10. Oktober 2002
- Donnerstag, 24. Oktober 2002
- Donnerstag, 07. November 2002
- Donnerstag, 21. November 2002
- Donnerstag, 05. Dezember 2002
-
Überblick Themen und Techniken der KI
- Motivation und Grundansatz, Teilgebiete und Basistechniken
- Die Darstellung in der Vorlesung verwendet Folien von Hättenschwiler
und von Hinkelmann.
- Eine Obermenge dessen, was wir in der Vorlesung hören werden,
findet sich im
folgenden PDF-File
(ca. 400 KB).
- Wer weitergehendes Interesse am Thema hat, kann sich beispielsweise
auch einmal die
Überblicksfolien von Prof. Gottlob
(TU Wien
) anschauen.
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Überblick Aufbau und Ziele von Expertensystemen
- Definitionsversuch, Merkmale typischer Aufgabenstellungen, Klassifikation
von Aufgabenstellungen (analytisch - synthetisch, automatisch - assistierend
- überprüfend)
- Anwendungsgebiete (Diagnose, Klassifikation, Konfiguration, Planung,
Design; Tutoring, Entscheidungsunterstützung, Datenanalyse, Prozeßkontrolle)
- Grundansatz (Wissensrepräsentation + Inferenz + Problemlösemethode)
und generische Architektur
- Meine Folien zum Thema als
PDF-File
(118 KB, Quellen: M.M. Richter; Hinkelmann; Socher-Ambrosius & Heinsohn;
AA).
- Zum Nachlesen: Eine gute Darstellung wurde von Gerald Reif im Rahmen
seiner Diplomarbeit an der TU Graz elektronisch zur Verfügung gestellt.
Dort findet sich als Bestandteil eine komplette Einführung in Expertensysteme,
die den Stoff unserer Veranstaltung in großen Teilen überdeckt.
Eine Kopie dieser
Darstellung gibt's hier
. Relevant hiervon für uns zuerst einmal die Teilkapitel 6.1 bis 6.6.
-
Schwache Problemlösemethoden: Suche
- Problembeschreibung als Suchproblem (Beispiel Weinkrüge, Schach)
- Uninformierte, systematische Suchverfahren: Tiefensuche, Breitensuche,
Iterative Deepening
- Informierte, heuristische Suche (Beispiel Schiebepuzzle)
- Die Algorithmen und Beispiele zum ersten Teil stammten aus dem Buch
von Socher-Ambrosius/Heinsohn. Dazu gibt es folgenden (allerdings weit umfassenderen)
Foliensatz
(PDF, 98 KB) von Rolf Socher-Ambrosius (relevant so etwa die Seiten
9-22).
- Fragestellung der Suche mit Kosten und Optimierungsziel: Beispiel
Graphensuche (kürzester Weg). An diesem Beispiel wurden ganz knapp die
Prinzipien der Branch&Bound-Suche, der dynamischen Programmierung und
der heuristischen Suche mit Restkostenunterschätzung vorgestellt. Alles
zusammen ergibt den A*-Algorithmus.
- Eine gute Darstellung, die am Buch von Winston orientiert ist, wurde
von Gerald Reif im Rahmen seiner Diplomarbeit an der TU Graz elektronisch
zur Verfügung gestellt. Das Stück zum Thema Suche zur
Problemlösung findet sich hier. Eine
lokale Kopie dieses Kapitels
habe ich hier.
- Als weitere Komplikation wurde die Problemklasse der kombinatorischen
Optimierungsprobleme identifiziert (Merkmale, Beispiele, Komplexität).
Hier kann der Ansatz des A*-Verfahrens nicht mehr greifen, weil man die zulässige
optimistische Schätzfunktion nicht mehr findet. Lösungsansätze
haben entweder das Problem der lokalen Optima usw (Beispiel Hill-Climbing)
oder bauen häufig Elemente der randomisierten Suchen ein. In aller Kürze
wurden die Ideen der genetischen Algorithmen und des Simulated Annealing
angesprochen.
-
Schwache Problemlösemethoden: Constraints
- Begriffe und Definitionen am Beispiel n-Damen Problem
- einfacher Backtracking-Algorithmus mit seinen Ineffizienzen (Bedeutung
der Variablenauswahl und lokal schon inkonsistenter Werte am Beispiel)
- allgemeine Heuristiken für Variablenauswahl und Werteauswahl
- Constraint-Propagierung zur Herstellung lokaler Konsistenz schon
vor der Suche (Beispiel Kreuzworträtsel)
- Anmerkungen zum praktischen Einsatz (Konfiguration, Scheduling, Arbeitsplanung,
Timetabling-Probleme, dort Möglichkeiten für domänenspezifische
Heuristiken, Constraint-Programmiersprachen und -libraries)
- die Darstellung war am Buch von Socher-Ambrosius/Heinsohn orientiert
- Zum Weiterlesen: Eine gute Darstellung wurde von
Gerald Reif im Rahmen seiner Diplomarbeit an der TU Graz
elektronisch zur Verfügung gestellt. Dort findet sich als Bestandteil
eine komplette Einführung in Expertensysteme, die den Stoff unserer Veranstaltung
in großen Teilen überdeckt. Eine knappe Einführung zur Idee
der
Constraints
als Repräsentationsformalismus findet sich hier (offensichtlich stark
am Buch von Puppe orientiert).
- viele Links zu Grundlagen und einige Beispiele für die Anwendung
von Constraints finden sich in den Lehrveranstaltungen der TU München,
z.B. bei
Slim Abdenadher
-
Wissensrepräsentation und Inferenz: Aussagenlogik
- Definitionen und Grundlagen, Syntax, Semantik, Interpretation, Modell,
Erfüllbarkeit, Tautologie, Semantische Folgerung
- Resolution als Kalkül (Beispiel Abtrageverfahren)
- die Darstellung folgte Kapitel 4 aus dem Buch von Socher-Ambrosius/Heinsohn
-
KI-Programmierung: Von PL1 zu PROLOG
- Handouts hier
als PDF
(298 KB, Quellen: i.w. Hinkelmann; AA; wird so in jedem Buch zur Logik für
Informatiker eingeführt)
- das Thema konnte allerdings in der Vorlesung nur sehr oberflächlich
überflogen werden
- Ideen waren: "Hochziehen" der A-Logik auf den komplexeren Repräsentationsapparat
der PL1; Übertragung der Inferenz mit Resolution (korrekt und vollständig,
Unifikation kommt hinzu, nur noch semi-entscheidbar); dann wiederum Einschränkung
der Syntax aus Effizienzgründen: Horn-Logik; damit ist man bei der logischen
Grundlage der Programmiersprache Prolog
- Prolog zum Rumspielen: Hier ist die
Homepage zu SWI-Prolog von der Uni Amsterdam
- weitere Links stehen auf den Folien
-
KI-Programmierung: Vorwärtsregelsprachen
-
Handouts dazu in PDF
(199 KB, Quellen: Jackson; Hinkelmann; M.M. Richter; AA)
- wer etwas mit Produktionsregeln herumspielen möchte, sollte
sich einmal die CLIPS-Homepage
anschauen
- die "klassische" Darstellung von OPS-5 findet sich immer noch bei
Peter Jackson "Expertensysteme"
- Beispiel zu OPS5: nur die einfache Blocks World
-
Frames und Semantische Netze
-
Handouts als PDF
(252 KB, Quellen: Hinkelmann; AA)
- Zum Nachlesen: z.B. bei Gottlob
- auch dies ganz gut von Gerald Reif beschrieben:
da ist der Link
- heutige Relevanz: Netzformalismen entsprechen in ihrem Grundansatz
der Internet-Ressourcenbeschreibung mit RDF; Frame-Sprachen bilden die Basis,
solche Inhaltsbeschreibungen im Web mit mehr Semantik zu versehen (Stichwort
RDF Schema. Ein paar Links zur Idee des Semantic Web (intelligente Netzdienste
und -agenten für Endanwender und im E-Commerce):
-
Unsicherheit und Vagheit
- Übersicht: verschiedene Arten und Ursachen von Unsicherheit
und Vagheit in wissensbasierten Systemen. Wichtig ist es, das Spektrum und
die Anwendungsbereiche von Unsicherheit und Vagheit zu kennen, von einigen
Ansätzen etwas gehört zu haben und zu wissen, daß diese Ansätze
auch Einsatzvoraussetzungen, Stärken und Schwächen haben.
- Methode 1: Bayes Theorem.
- Methode 2: Sicherheitsfaktoren in Regeln. Die Darstellung
dazu folgt der von Hinkelmann (Folien weiter unten). Da die Sicherheitsfaktoren
mit MYCIN eingeführt wurden, kann das Buch von Jackson ebenso als Referenz
herangezogen werden.
- Methode 3: Fuzzy-Logic für vage Begriffe.
- Eine excellente Darstellung der Fuzzy Control findet sich am Fuzzy
Logic Laboratorium Linz-Hagenberg. Kernaussagen dieser Darstellung wurden
im
folgenden Foliensatz
eingebunden.
- Zahlreiche weitere Verfahren und Erweiterungen existieren (wie Bayes-Netze
oder die Evidenztheorie nach Dempster-Shafer). Diese werden bei Puppe kurz
angerissen, bei Socher-Ambrosius & Heinsohn, M.M. Richter oder Russel
& Norvig im Detail beschrieben
- Abschluß
- kurze Wiederholung der Dinge, die wir bis jetzt durchgenommen haben
- Zusammenfügung der Teile am Beispiel Expertensysteme für
die Diagnose
- kurzer Abriss, was alles dazugehört, aber nicht in die Vorlesung
gepaßt hat (Wissensakquisition, XPS-Projektmanagement, XPS-Software-Technik
etc)
- kurzer Ausblick, was es in der KI sonst noch gibt, aber nicht mehr
in die Veranstaltung gepaßt hat (Maschinelles Lernen, Data Mining,
Fallbasiertes Schließen, Subsymbolische KI - Neuronale Netze, Intelligente
Agenten, Wissensmanagement, Semantic Web)
- das alles in aller Kürze
auf diesen Folien
(1.3 MB).
- Zum Weiterlesen: wer noch etwas Interesse an Anwendungen der vorgestellten
oder weiterführender Methoden hat, kann sich z.B. die entsprechenden
Foliensätze
- Beispiel für die Grenzen der heutigen KI-Implementierungen:
Automatische Dialogsysteme :-)